|
Interview der Theophrastus – Stiftung mit Dr. med. Wolfgang Bittscheidt über Fragen des Geistigen Heilens.
Erschienen in „Themen – Service für Presse, Hörfunk und Fernsehen“, Titel „Renaissance der Heilkunst“
Als Verlagsbeilage im journalist Juli 2007
1) Wie kommt ein klassisch ausgebildeter Schulmediziner wie Sie auf den Weg des Geistigen Heilens?
Zunächst kam eine Erfahrung mit einer gefährlichen Krankheit und erfolglosen schulmedizinischen Heilungsversuchen bei mir selbst ins Spiel. Da ich nicht gesund wurde, wandte ich mich an zwei Heiler, kaum wissend, wie ein Heiler arbeitet. Mehr aus Verzweiflung vertraute ich mich ihnen an. Nach 4 Monaten ging es mir viel, viel besser als in den Jahren zuvor. Ich bat die beiden, mich in ihrer Art des heilenden Arbeitens auszubilden. In den folgenden 12 Monaten schaute ich ihnen und einigen anderen Heilern intensiv über die Schultern, und nach dieser Zeit legte ich meiner ersten nicht-schulmedizinischen Patientin die Hände auf – mit sehr gutem Erfolg.
2) Wie funktioniert Geistiges Heilen?
Sehen Sie, die Ursachen für unsere Krankheiten liegen in unseren Gedankenstrukturen und Gefühlsmustern, unseren unzähligen Blockierungen, unseren Gewohnheiten und inneren Verhärtungen, all unseren schmerzhaften Erfahrungen, nicht zuletzt in unseren organischen Krankheitsursachen und alles, was nicht zuvor einmal durch Liebe und Vergebung aufgelöst worden ist, steckt noch als Krankheitskeim in uns. Schon 2001 las man im Neujahrsheft unseres Deutschen Ärzteblattes einen Aufsatz von Carl Friedrich von Weizsäcker, eines unserer Quantenphysiker. Er forderte die Ärzteschaft dringend auf, endlich die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse der Quantenphysik in die Systematik unserer heutigen Medizin einfließen zu lassen. Eine Trennung von Körper und Geist des Menschen sei nicht mehr vertretbar. Und da stehen wir heute: Wir dürfen nicht mehr einschichtig behandeln, wir müssen vielschichtig heilen. Wir müssen das Innerste des menschlichen Wesens erreichen. Wir müssen uns klarmachen, wie hier Unheilsein, wie dort Krankheiten entstehen und wie wir sie heilen können. Denn Heilen ist viel mehr als nur die Beseitigung von Krankheiten. Es wirkt in alle Ebenen hinein. Und der Schlüssel dazu ist nicht irgendeine fest umrissene Technik, sondern umfassend liebende Zuwendung.
3) Warum bezeichnen Sie Geistiges Heilen als ganzheitlich?
Ich stamme aus einer ausgesprochenen Medizinerfamilie. Und deshalb ist mir die Diskussion ums Geistiges Heilen seit Jahren vertraut. Und ich weiß: Wir brauchen exzellente Chirurgen, wir brauchen hervorragende Internisten und sehr fähige Diagnostiker, wir brauchen verständnisvolle Psychotherapeuten und tüchtige Onkologen. Und wir brauchen hier und da auch Spezialisten, die es vor ein paar Jahren so noch gar nicht gab. Aber G e i s t i g e s H e i l e n, das ergänzt all diese Fachgebiete und bezieht das innerste Wesen des Menschen mit ein. Dieses innerste Wesen ist all das, was wir in unseren besten Stunden ahnen und besitzen. Es nimmt uns als zeitlose Menschen ganz umfassend ernst, als spirituelle Wesen, die eine menschliche Erfahrung machen. Können wir das nicht wirklich ganzheitlich nennen?
4) Schließen sich Geistiges Heilen und Schulmedizin aus oder ergänzen sie sich?
Niemals schließen sie sich aus, sondern ganz entschieden ergänzen sie sich, ob wir wollen oder nicht, ob wir uns dagegen wehren oder nicht. Ich könnte jetzt ganz einfach auf die Entwicklung Geistigen Heilens in England verweisen. Dort laufen die beiden Therapiesysteme nebeneinander her, in gegenseitiger Ergänzung, und das mit Unterstützung der öffentlichen Krankenversicherung.
Aber lassen Sie mich mehr auf unsere Situation in Deutschland kommen: Können Sie sich vorstellen, daß körperliches Heilen ohne Geistiges Heilen zum Ziel führt? Daß wir den Körper als Reperaturstelle betrachten und Geist und Seele außer acht lassen können? Geistiges Heilen und Schulmedizin brauchen sich gegenseitig, wenn es uns denn um das Beste für den Menschen, für uns alle, für unsere Erde geht. Sonst wird die Zahl unserer chronisch Kranken immer weiter steigen ebenso wie unsere Arztdichte und wie die konsumierten Tabletten pro Kopf der Bevölkerung. Nur eins werden die Deutschen nicht werden: auf längere Sicht gesünder. Denn schon jetzt stehen wir vor fast leeren Gesundheitskassen, die Fortschritte der so genannten modernen Medizin sind nicht mehr für uns alle finanzierbar und eine Zweiklassenmedizin ist infolge dessen längst Wirklichkeit. Aber dennoch wird die Schulmedizin bisher noch als das höchste Gut der aktuellen Gesundheitspolitik gehandelt.
5) Welche Möglichkeiten des Geistigen Heilens gibt es?
Geistiges Heilen ist in vielen verschiedenen Formen und unter einer Fülle von Namen und Methoden bekannt. Während G.H., unter welcher Form auch immer, jedenfalls mit Handauflegen in 12000 Jahre alten Höhlenzeichnungen dargestellt wurde, ist uns Näheres aus den altgriechischen Heilungstempeln des Asklepios überliefert, und von Hippokrates, der im alten Griechenland eine der ersten systematischen Heilerschulen gründete, und während der große Arzt der beginnenden Neuzeit, Paracelsus (1493 – 1541), Geistiges Heilen in die Gesamtheit seiner Heilkunst mit einbezog, wurde viel später die Methode der spiritualistischen Bewegung in England bedeutsam, und deren Elemente kommen in fast allen Heilertraditionen vor. Mehr aus der naturwissenschaftlichen Seite leitet sich das Energetische Heilen her. Für alle Methoden des Geistigen, des energetischen oder auch des spirituell - energetischen Heilens gilt: Es geht nicht einfach um Methoden, die eingesezt werden können, wenn die Schulmedizin nicht mehr weiter hilft, sondern es geht um eine erweiterte Sichtweise, was die Ursache von Erkrankungen und die Tiefe des menschlichen Wesens angeht.
6) Geistiges Heilen hat eine lange Tradition….Was glauben Sie, warum kommt es momentan zu so einem großen Interesse? Ist das ein purer Trend, eine Mode, die schnell wieder vergeht?
Schon immer waren sich Menschen bewußt, daß Materie nicht reine Materie ist. Denken Sie an Platons Bilder, an seine Ideen, die er für unendlich viel wesentlicher, realitätsbestimmender hielt als das, was er mit den Händen berühren, mit den Augen sehen konnte. Eine frühe Aussage des Zen-Buddhismus lautete: „Materie ist nichts, und Geist wird zur Materie“. Und vor wenigen Jahren kam der spirituelle Naturwissenschaftler Rupert Sheldrake und sprach von den morphogenetischen Feldern, also von energetischen Feldern in der Natur, nach denen sich matrizenartig die schließlich sichtbaren Bestandteile dieser Natur bilden. „Warum,“ so fragte er später, „kann ein Unterschenkel an einer bestimmten Stelle Schmerzen verursachen, der längst amputiert ist? Weil er seine hirnorganischen Energiemuster immer noch erkennt.“ Und bis in die heutige Zeit ist die Evolution des menschlichen Geistes nicht mehr zum Stillstand gekommen, auch nicht in der sogenannten Medizin, auch nicht beim Geistigen oder energetischen Heilen, nennen Sie es wie Sie wollen. Schon im 3. Jahrtausend vor Chr. galt Akupunktur als probates Heilmittel. Für westliche Mediziner schien es lange recht absurd, den Körper als von Energiebahnen durchströmt zu glauben und den Ausgleich des energetischen Gleichgewichtes als die Heilung an sich zu sehen. Aber die Zeit blieb nicht stehen, und auch nicht der menschliche Forschergeist, und heute kennen wir den elekktronenmikroskopischen Auf bau der bei der Akupunktur wirksamen Strukturen. Und daß Homöopathie schon in der Auffassung des Paracelsus und später des Hahnemann eine Frage der Information und nicht der wirksamen Substanzen wurde und geblieben ist, das hat sich, entschuldigen Sie, bei den Letzten der Schulmediziner immer noch nicht herumgesprochen. Das gängige Argument ist weiterhin, was man in einer Lösung nicht nachweisen könne, das könne auch nicht helfen. Als würde ein falsches Argument durch endlose Wiederholung schließlich doch noch richtig.
7) Gibt es statistische Angaben über die Akzeptanz G.H. in Deutschland?
Es gibt sehr ausführliche Literatur zu diesem Thema. Aber die Entwicklung ist so rasant, daß Zahlen, die vor einigen Jahren noch Gültigkeit hatten, heute schon nicht mehr zutreffen. Doch in etwa gilt: etwa 40 % eines befragten Kollektivs glauben, daß bestimmte Menschen auch dann Krankheiten heilen können, wenn die Ärzte keinen Ausweg mehr wissen. 20 % dagegen halten das für ausgeschlossen. Und 50 % der Befragten würden einen Geistheiler aufsuchen, wenn weder Arzt noch Medikament wirksam sind. Es gäbe Zahlen, um die Diskussion auf die Spitze zu treiben: zum Bespiel, wie oft ein Placebo, also eine Scheintablette erfolgreich ist im Vergleich zur chemischen Medizin. Oder wie oft Geistiges Heilen wirkt im Vergleich zur Schulmedizin. Oder was ein rein symbolisch durchgeführter Hautschnitt für die Heilung eines Kniegelenkes bewirkt im Vergleich zur tasächlichen „therapeutischen“ Arthroskopie. Da gibt es völlig erstaunliche Ergebnisse aus den USA.
8) Gibt es einen bestimmten Typus von Patienten, für den sich die Methode des Geistigen Heilens besonders empfiehlt?
Da fallen mir sofort Kinder ein. Bei ihnen ist der Heilungsverlauf oft absolut verblüffend. Dafür leuchtet mir eigentlich nur ein Grund ein: Bei ihnen ist die Speicherkapazität des Gehirns noch wesentlich freier als beim Erwachsenen. In der Biomechanik kennen wir die Motor – Patterns, die im Gehirn fixierten Bewegungsmuster. Natürlich, zum Teil sind sie genfixiert: „Er hat denselben Gang wie sein Vater, er hat dasselbe Lächeln wie seine Mutter“ – beispielhafte Ausdrucksweisen für diesen Sachverhalt. Und den gibt es nicht nur im motorischen Bereich. So beginnt ein zweijähriges Kind mit Leichtigkeit, zwei- oder dreisprachig aufzuwachsen. Seine Software ist eben noch nicht besetzt. Wohlhabende Industriellenfamilien in den USA, so hört man, lassen ihre Kinder von chinesischen Kindermädchen erziehen. Schwer zu erraten warum, oder? Oder man lässt Kinder ab dem 4.Lebensjahr das Violinspiel erlernen. Es führt zu einmaligen Ergebnissen. Oder der kleine Tim kommt an der Hand seiner Mutter zum Heilen einer Neurodermitis. Bei ihm legten wir 1 x die Hände auf. Nach einer Woche gab es nur noch Restbestände seiner Hauterkrankung.
Wissen Sie, woran all das liegt? Nicht am Messer des Chirurgen, nicht an der Chemie, auch nicht an Zauberei. Nein, an I n f o r m a t i o n liegt es.
9) Wirkt die Methode des Geistigen Heilens bei allen Krankheiten?
Diese Frage mit einem einfachen ‚Ja’ zu beantworten wäre mir denn doch viel zu einseitig. Wenn ich mit drei weiteren Schwerverletzten am Unfallort liege, dann ist mir ein tüchtiger Rettungsarzt aktuell erst einmal lieber als ein Schamane – obwohl ich vor einem guten Schamanen, einem „Wanderer zwischen den Welten“, großen Respekt habe. Oder ein kurz vor dem Durchbruch stehender Blinddarm bedarf sicher sehr konkret des Chirurgen. Hier gibt es viele Beispiele, und irgendwo kommen wir zu dem guten Zustand, daß sich G.H. und Schulmedizin als gleichwertige und gleich anerkannte Partner einander ergänzen.
10) Entscheidend…. sind die Selbstheilungskräfte des Patienten. Werden diese durch das Geistige Heilen besonders aktiviert?
Eine Heilmethode, die mich mit meinen innersten Kräften in Kontakt bringt, vermag natürlich auch meine Selbstheilungskräfte anders zu aktivieren als jedes chemische Heilmittel das könnte. Es kann nämlich geschehen, daß durch die Krankheit all meine Selbstheilungskräfte blockiert werden. Und dann würde ich mir mehr von der liebenden Zuwendung des Heilers versprechen, mehr von seiner spirituellen Kraft und seinem Trost als von der kalten Funktionsmaschinerie eines supermodernen Krankenhauses. Nun aber bin ich auch seit mehr als 30 Jahren approbierter Arzt, und deshalb möchte ich bei einer akut lebensbedrohlichen Infektion auch auf das hier vielleicht einzig noch wirksame Antibiotikum nicht verzichten. Und meinem Patienten würde ich es niemals vorenthalten.
11) Mit welchen naturwissenschaftlichen Erklärungsmodellen überzeugen Sie Skeptiker von dieser alternativen Therapieform?
Am nahe liegendsten ist hier für mich immer noch die Akupunktur. Energieverteilungsfehler führen zu Unwohlsein oder Krankheit, Ausgleich der energetischen Verteilung zu Heilung oder zumindest Besserung. Und dann gibt es Fritz-Albert POPPs Entdeckung vom ‚Licht in unseren Zellen’ , einem Licht so rein wie Laserlicht und deshalb in der Lage, mit Information beladen zu werden und Informationen in unserem Körper von einer Zelle zu allen anderen zu befördern. Diese Informationen sind wesentliche Träger der Steuerung unseres Organismus. Und dieses Licht ist auf andere Lebewesen übertragbar. Wenn die Information eines sehr reinen Lichtes innerhalb eines Fischschwarmes für blitzschnelle Informationsübertragung sorgen kann, warum dann nicht unter Menschen? Ich habe einmal den Petersburger Professor Korotkov, der ein Gerät zum Messen von menschlicher Energieabstrahlung vorstellte, verwundert gefragt: „Also ist alles Energie?“ Er lächelte charmant und antwortete: „Besser! Alles ist Information.“ Mit diesem Gerät lassen sich energetische Zustände von Patienten vor und nach Geistigem Heilen messen, und Korotkov hatte auch schon solche Geräte in die arabischen Emirate verkauft. Die Scheichs messen damit den Energiestatus ihrer Rennkamele. Aber es gibt auch Negativbeispiele, bei denen die einfachste Gangart der Argumentation nicht hilft: Fragen Sie 1000 Patienten, wie das Reizstromgerät wirkt, mit dem ihr Hausarzt sie behandelt. Sicher keine 50 wissen die Antwort. Aber behandeln damit lassen sich alle 1000. Jetzt sagen Sie bitte nicht: „Na ja, die Besserung lässt sich ja auch leicht kontrollieren.“ Ich kann Ihnen auch viele Patienten zeigen, die durch Geistiges Heilen gesund geworden sind.
12) Kann sich jeder zum Heiler ausbilden lassen? Ist das wirklich eine rein handwerkliche Kunst?
So wie sich jeder ein Instrument kaufen und versuchen kann, das Musizieren auf ihm zu lernen, so kann auch jeder versuchen, sich zum Heiler ausbilden zu lassen. Ob er Konzertreife erlangt, bleibt abzuwarten. Und eine rein handwerkliche Kunst ist das ganz bestimmt nicht. Und wir sollten auch beachten, daß jeder Mensch Schwerpunkte seiner Fertigkeit hat, und das gilt bei Angehörigen der Heilberufe gleichermaßen. Ich meine damit, wenn wir den großen Chirurgen Sauerbruch mit dem Chefarzt Albert Schweitzer im Urwaldkrankenhaus in Lambarene vergleichen, so werden wir eben keinem von ihnen gerecht.
13) Wie stellt man bei sich fest, ob man die Gabe des Heilens hat? Ob man in der Lage ist, die sogenannte Bioenergie zu übertragen?
Stellen wir vielleicht die Übertragung der Bioenergie wegen der Begrifflichkeit einmal etwas in den Hintergrund. Und ob wir die Fähigkeit des Heilens haben, das sehen wir daran, ob wir uns dorthin gezogen fühlen, aber nicht nur das. Denn heute wollen so viele als Heilerin/Heiler arbeiten. Aber wenn man dann fragt, ob jemand bereit ist, in der Öffentlichekeit dazu zu stehen, dann hört man oft Ausflüchte: „Ach, Heilerin bin ich eigentlich nicht. Aber ich mache Lebensberatung.“ Ich kenne Leute, die kaufen sich nach zwei Wochenenden eines Heilerseminars eine Behandlungsliege. Aber nicht jeder von denen hat auch die Berufung.
14) In Ihrem Buch „Geistiges Heilen…Energetische Heilkunst…Aus meiner Arbeit als Arzt und Heiler“ schildern Sie viele überzeugende Beispiele aus der Praxis….Beruht der Erfolg auf der Aktivierung der Selbstheilungskräfte… oder auf der liebevollen und fürsorglichen Zuwendung?
Ich denke, jede Alternative, die Sie mir als Antwort vorschlagen, trifft ein Stück zu. Die Aktivierung der Selbstheilungskräfte ist sicher das A und O, denn ohne unsere Selbstheilungskräfte können wir doch wirklich das ganze Heilwerden, die ganze Gesundung von Geist und Seele und Körper vergessen. Seelische Entspannung und Lösung von körperlichen Blockaden schaffen mir den Freiraum, tief Atem zu holen und in mein Inneres hineinzulauschen, um die Impulse wahrzunehmen, welche die tiefsten Schichten meines Wesens im Bemühen um Heilwerdung zu erreichen suchen. Und liebevolle und fürsorgliche Zuwendung schließlich sind nun mal die Trägerrakete, auf die ich meine heilende Information auflade und sie zu dem heilungsbedürftigen Patienten, der vor mir liegt, auf den Weg schicke.
15) Kann Geistiges Heilen die Patienten süchtig machen nach Aufmerksamkeit und Fürsorge?
Gemessen an einer der üblichen Süchte unserer Zeit, auch an den Gegebenheiten einer stofflichen Abhängigkeit, ist es die beste Sucht, die ich kenne, nämlich die Suche nach menschlicher und göttlicher Liebe –ja, ich glaube, daß alle Liebe göttlichen Ursprungs ist – und damit ist sie für mein Verständnis auch die beste Voraussetzung sich selbst und andere zu heilen oder heil zu werden.
16) In der Methode des ‚Therapeutic touch’ wurden in den letzten Jahren rund 30000 Krankenschwestern ausgebildet. Leider nicht in Deutschland. Wird das noch kommen?
Warum diese heilende Methode sich nicht längst weltweit verbreitet hat, vermag ich nicht zu sagen. Oft fehlt es ja auch nur am passenden Promotor, der einer neuen Methode in einem bestimmten Land auf die Beine hilft. Aber ich bin überzeugt, auch bei uns wird sich die ‚therapeutische Berührung’ durchsetzen.
17) Sie plädieren für eine neue Dimension in der Medizin: Vom Behandeln zum Heilen, von der Anwendungsmedizin zur Zuwendungsmedizin.
Die Begriffe sind hier nicht immer ganz festzulegen. Ein Arzt, der hinter seinem Schreibtisch sitzt und den Rezeptblock als einziges Therapeuticum benutzt, ist sicher an der unteren Scala des Behandelns anzusiedeln. Ein Arzt, der chirotherapeutische Grifftechniken anwendet, ist schon ein wirklicher Behandler. Und ein Arzt, der sich partnerschaftlich seinen Patienten beratend und nach Maßgabe guter Behandlungsrichtlinien zuwendet, der dabei seelische Aspekte mitberücksichtigt, der hat ganzheitliches Heilen verstanden und verwirklicht. So wird Anwendungsmedizin zur Zuwendungsmedizin, und damit sind wir nun ganz unmittelbar in einer neuen Dimension unserer heutigen Therapiesysteme. Halten wir uns dagegen streng an die Organgrenzen, die unser Facharztsystem den westlich ausgebildeten und geschulten Ärzten zuweist, so fällt es mir äußerst schwer, von Ganzheitlicher Medizin zu sprechen.
18) Viele Patienten sind trotz der exorbitant hohen Kassenbeiträge bereit, zusätzlich etwas für ihre Gesundheit zu tun. Nur wie und wo können sie sich orientieren?
Jeder sollte wissen, was ihm seine Gesundheit wert ist. Jugendliche, die sich alle paar Monate das neueste Handy leisten können, sollten mir nicht erzählen, sie hätten für zusätzliche Gesundheitsaufwendungen kein Geld. Wieviel geben wir für Urlaub aus, wie viel für unser Auto? Wieviel für unseren Tennis- oder Golfclub? Orientierung über nicht kassenpflichtige Therapiemöglichkeiten bieten das Internet, ein Anruf bei meiner Krankenkasse, der Rat von Nachbarn oder innerhalb der Familie. Allerdings: Das große ‚Ein mal eins’ für freiwillige Zusatzleistungen gibt es immer noch nicht. Da müssen wir schon einen gewissen Einfallsreichtum an den Tag legen.
19) Muß man religiös sein, um sich für Geistiges Heilen öffnen zu können?
Ein Patient sollte spirituell sein, um mit den Methoden des Geistigen Heilens behandelt werden zu können. Das ist bekannterweise nicht dasselbe wie religiös. Ein spiritueller Mensch sucht das Göttliche in sich, ein religiöser Mensch gehört per definitionem einer religiösen Gemeinschaft an, will sagen: Religiosität ist viel umfassender, größer organisiert, weniger individuell, und Spiritualität ist mehr auf die Innerlichkeit des einzelnen Menschen bezogen. Dies ist nicht unbedingt eine theologisch-wissenschaftliche Definition, aber den Kern der Frage dürften wir treffen.
20) Was ist Sinn und Zweck der von Ihnen gegründeten Ärzteakademie für Geistiges Heilen ?
Wollen wir in Deutschland einer Therapiemethode zu Einfluß und Anerkennung verhelfen, so sollten wir vor allen anderen über die Ärzte gehen. Und ich möchte gerade Ärzte in Geistigem Heilen ausbilden, denn sie sind die Heiler von Berufung her. Wenn sie mit ihrem ganzen Fachwissen die Menschlichkeit unserer besten Heiler in sich verbinden, dann verbinden sie genau das, was Kranke oder sterbende oder verzweifelte Menschen brauchen. Übrigens gilt das auch für manch guten Heilpraktiker.
21) Zu den Grundlagen Geistig-energetischen Heilens in Entsprechung zum Krankheits- und Heilungsverständnis des Paracelsus…. Können Sie die Parallelen im Einzelnen kurz skizzieren?
Für Paracelsus war Krankheit seelisch-geistiger Ursache, die irgendwann sich auch im körperlichen Bereich niederschlug. Er praktizierte eine wegweisende Heilkunde, die den Menschen als seelisch-geistig- körperliche Einheit sah, nicht als Funktionssystem der Summe seiner einzelnen Organe. Und er war überzeugt von der Rolle der Selbstheilungskräfte des Patienten bei der Heilung, von der Kraft seiner positiven Gedanken. Ich denke, damit reiht sich Paracelsus ein in die Folge der ganz großen Ärzte in der Geschichte der Menschheit in Altertum, Mittelalter und Neuzeit. Strömungen im Verständnis der Medizin haben durch die Jahrhunderte und Jahrtausende gewechselt, aber allem Grundsätzlichen konnten vergängliche Trends nichts anhaben. Und das gibt mir die Gewissheit, daß uns das Geistige Heilen und das Konzept des Paracelsus auf Dauer erhalten bleiben werden, solange Menschen krank werden können und auf Heilung angewiesen sind.
Siegburg, 20.5.2007
Dr. med. Wolfgang Bittscheidt Arzt für Orthopädie, Chirotherapie, Physikalische Therapie, Energetische Heilweisen
Praxis: Knütgenstraße 4 – 6 53721 S i e g b u r g
Tel. 02241 1463930 Fax 02241 1463933
Email: praxis@arzt-und-heiler.de Internet: www.arzt-und-heiler.de
|